Vorschau, 19.2.18

Hannah in Hamburg

39 Pferde treten in den fünf PMU Lunch-Races am Montag ab 11.00 Uhr in Bahrenfeld an, doch schon im Vorfeld steht fest, welches von ihnen die meiste Beachtung finden wird. Es ist weder der Traber mit der höchsten Gewinnsumme noch der mit den meisten Vorjahressiegen, sondern eine noch am Anfang der Karriere stehende vierjährige Stute, die mit einem ganz besonderen Rekord „angeben“ kann: Hannah Hazelaar (Michael Nimczyk) hat mehr Besitzer als alle übrigen an diesem Tag startende Pferde zusammen, denn sie gehört der TraberParti. Diese neue Besitzergemeinschaft, bei der man einen oder mehrere von rund 600 Anteilen erwerben konnte und weiterhin kann, um sich für überschaubar 99 Euro und ganz ohne Folgekosten „Mitbesitzer eines Trabrennpferdes“ nennen zu dürfen, ist inzwischen in aller Munde. Nach anfänglichen Siegen, aber auch verletzungsbedingten Schwierigkeiten der TraberParti-Pferde hat „Hannah“ noch keinen falschen Schritt gemacht und soll nach Gelsenkirchen und Berlin-Mariendorf nun auch ihre norddeutschen Fans vor Ort erfreuen. Nach drei Erfolgen und einem höchst unglücklich zustande gekommenen Ehrenplatz bei bislang erst vier Starts wartet im 4. Rennen nun aber die ohne Zweifel bislang anspruchsvollste Aufgabe: Allein fünf Mitbewerber, angeführt von Katy Perry (Kornelius Kluth) und Libero (Tim Schwarma), konnten seit Dezember ein- oder mehrmals gewinnen. Und selbst die, die keinen aktuellen Volltreffer aufweisen, treten mit guter Gesamtform an. Es wird also Ernst für Hannah Hazelaar, die ihre bisherigen Siege mit großer Leichtigkeit und deutlich erkennbaren Reserven herausgelaufen hat. Sollte es diesmal nicht klappen, wäre niemand der Stute böse, aber falls doch, gäbe es einen beachtlichen Nebeneffekt: Die TraberParti würde unter den Top 20 der gewinnreichsten Besitzer des noch jungen Rennjahres auftauchen.

 

V5 mit starken Favoriten

 

Alle Rennen des Mittags sind Bestandteil der V5-Wette, und nicht überall ist die Situation so offen wie im von Hannah Hazelaar bestrittenen. Die Auftaktprüfung hat mit dem von Sieg zu Sieg eilenden Sandsturm (Michael Larsen) einen bärenstarken Favoriten, und selbst wenn der patzen sollte, stünde mit dem kaum weniger laufstarken Mephisto PS (Victor Gentz) eine Alternative bereit, die sich nach aktuellen Eindrücken deutlich vom Rest abhebt. Auch im 2. Rennen, wie alle übrigen nach deutschen Goldmedaillengewinnern der olympischen Winterspiele benannt, kristallisiert sich eine kleine aus zwei, maximal drei Pferden bestehende Favoritengruppe heraus. Cascada (Sönke Gedaschko) ist durch einen aktuellen zweiten Platz aus Dänemark empfohlen, Fantasia Newport (Michael Nimczyk) läuft immer gut, ist aber kein Siegertyp und Gwenda Beuckenswijk (Jaap van Rijn) könnte nach der Pause und zwei vierten Plätzen in stark besetzten Rennen jetzt durchaus weit genug sein, um ganz vorne einzukommen. Im 3. Rennen spricht vieles für den jüngst in Mariendorf in bärenstarker Manier siegreichen Little Danny (Michael Larsen), so dass für den eigentlich überfälligen Grande Cunera (Kurt Roeges) möglicherweise wieder nur ein gutes Platzgeld übrigbleibt. Auf einen Patzer der Favoriten lauert Bachmann (Tim Schwarma), sofern er ein passendes Rennen findet und seinen bekannten Speed einsetzen kann.

 

Großverdiener zum Schluss

 

Das sportlich wertvollste Rennen ist die letzte Prüfung der Mittagsveranstaltung. Mit Montecore Mo (Michael Nimczyk), bereits über 100.000 Euro „schwer“, ist der klare Favorit gegeben, zumal kein anderes Pferd im Rennen mehr als die Hälfte seiner Gewinnsumme aufweist. Für den Platz hinter dem Favoriten kommt SJs Sunday (Kornelius Kluth) ebenso in Betracht wie die beiden Franzosen Amiral de Retz (Jaap van Rijn) und Vendangeur (Cees Kamminga). Letzterer hat im niederländischen Quartier eine neue Heimat gefunden, nachdem er im Sommer vor einer längeren Pause noch als Favorit im französischen Pornichet gewinnen konnte, wo er sich in einem Amateurfahren trotz aufwändigen Verlaufs recht souverän durchgesetzt hatte.