Vorschau, 17.12.17

Abschied von Banks

Abschied von Banks

 

Unter einem ungewollt emotionalen Aspekt steht die vorletzte Bahrenfelder Rennveranstaltung des Jahres am Sonntag ab 13.30 Uhr. Trotz guter Besetzung der neun Prüfungen mit Gästen aus dem Traberwesten, den Niederlanden und Dänemark und trotz einer V6-Wette mit 10.000 Euro Garantieauszahlung wird vor allem ein Thema den Nachmittag beherrschen: der tragische Tod des Bahnrekordlers und schnellsten Trabers auf deutschen Bahnen aller Zeiten Banks, der vor wenigen Tagen nach einer irreparablen Beinverletzung hatte eingeschläfert werden müssen. Natürlich wird der – trotz des zuletzt westdeutschen Trainingsstandorts im Nimczyk-Quartier – durch seine Historie, den langjährigen Trainer Michael Larsen und seine Besitzer Erich Rothe und Uwe Schäfer immer als norddeutscher Superstar und Publikumsliebling seinen Platz in den Herzen der Traberfreunde behaltende Wallach noch einmal posthum gewürdigt. Dies soll u.a. durch die Einspielung seines sensationellen Rekordlaufs vom 15. Juni 2014 geschehen, als er den BILD Hamburg-Pokal nach einem unvergessenen Solo in der Rekordzeit von 1.09,9 gewann. Dann werden auch Zahlen noch einmal eine Rolle spielen, die ungewöhnlich sind: Nur 36 Starts in fünf Rennjahren, davon aber 22 gewonnen, neun Mal Zweiter gewesen und überhaupt nur ein einziges Mal ohne Geldpreis heimgekehrt, 184.153 Euro verdient. Doch vielleicht ist es eine ganz andere Zahl, die die große Hochachtung der Fans im In- und Ausland vor diesem kleinen Kerl mit der unglaublichen Grundschnelligkeit am besten widerspiegelt: Sein letztes Rennen gewann Banks am 1. September in der französischen Traberhochburg Vincennes, eine Quinte+-Prüfung mit nicht weniger als 18 Teilnehmern. Banks siegte mit Michael Nimczyk zur Mini-Quote von 19:10 – eine solche Wertschätzung genießen in Frankreich nur absolute Ausnahmepferde, bei denen nicht nur das Können, sondern auch Gefühl und Anerkennung einen Wetter sein Kreuzchen setzen lassen – Bold Eagle lässt grüßen.

 

Kaltes Wetter, „heiße“ Wetter

 

„The Show must go on“ – das gilt auch an diesem Sonntag, wenn abseits der Emotionen um Banks vor allem die V6-Wette im Mittelpunkt stehen wird. Mit 10.000 Euro ist die Garantieauszahlung bei der dritten Austragung aufgrund der bisherigen großen Akzeptanz noch höher als zuvor, und die V6-Rennen (3. bis 8. Rennen) bieten die gesunde Mischung zwischen ziemlich einfach scheinend und vielleicht doch richtig knifflig werdend. Zum Auftakt bietet sich Hour of Power (Stefan Schoonhoven) als mögliches Bankpferd an, doch der vor den beiden Disqualifikationen mit dem Trainer zweimal erfolgreiche Noubliez jamais (Age Posthumus) ist eine ernsthafte Alternative, als die sich auch ein weiter gesteigerter Magister (Sönke Gedaschko), der Karlshorster Doppelsieger Lagrain (Kornelius Kluth) oder Commander H (Gerhard Holtermann) entpuppen könnten. Im „Bahnrekordler Banks-Rennen“ könnte ein „Zweierweg“ mit der aus der Pause kommenden Lasbekerin Lesperanza (Christian Lindhardt) und einem weiter geförderten Captain Rob (Age Posthumus) ausreichen, im Trabreiten (V6-3) lautet die Frage: Tour de France (Christina Lindhardt) nach seinem Sieg gegen Garry als Bank vertrauen oder sich daran erinnern, dass der Däne auf den letzten Metern wieder in große Schwierigkeiten geriet, so dass Newcomer mit Top-Reiterinnen wie Zauni (Ronja Walter) oder Irrwisch (Sytske de Vries) auch gewinnen könnten?

 

Posthumus und Lindhardt

 

Age Posthumus und Christian Lindhardt müssen auch in der zweiten Hälfte der V6-Wette auf den Schein, denn sowohl der Niederländer wie der Däne sind chancenreich vertreten. Posthumus vertraut in V6-4 auf die nach zwei dritten und einem zweiten Platz überfällig scheinende Hanneke Greenwood, die u.a. gegen Katy Perry (Kornelius Kluth) oder Earl of Magic (Wladimir Gening) aber noch nicht im Ziel steht. Lindhardt hat in den beiden verbleibenden V6-Prüfungen beste Chancen. V6-5 „riecht“ nach Misty Morning, deren Hauptgegner Douchka Star (Gerhard Holtermann), Butterscotch (Michael Schmid) und die Gaststute Bombastica (Bjarke Haagensen) sein sollten. Zum Abschluss vertraut der Lasbeker Gestütstrainer auf die Spitzendreijährige Miss Godiva, für die auf der Sprintstrecke ein eindeutiger Herausforderer nicht zu entdecken ist. Falls die „Bank“ also patzen sollte, muss man sich mit von Juvel As (Kornelius Kluth), Dust All Over (Aylin Müller) oder Breitling (Manfred Walter) angeführten Alternativen breit aufstellen.