Nachschau - Donnerstag, 28. September 2017

Bahrenfelder Raritäten und Kuriositäten

Erneute Verbesserung des Saisonrekordes durch Montecore Mo –Sieben Rennen, aber acht Sieger – Erster Sieg für Yanick Mollema  - Rennen ohne Treffer in Zweier-, Dreier- und Viererwette

Montecore Mo (Michael Larsen) verbessert den Saisonrekord über die Kurzstrecke im Großen Preis der Papier Union auf 1:11,9 - Foto: © by Uwe Stelling

Zum wiederholten Mal spielte das Wetter an einem Renntag in Hamburg nicht mit. Deshalb standen die zahlreichen Gäste der Papier Union an ihrem Renntag bei den Siegerehrungen im Bahrenfelder Winner-Circle meist im leichten Nieselregen. Geboten wurde Ihnen und den treuen Fans vor Ort oder an den Bildschirmen der Republik ein unterhaltsamer Abend voller Kuriositäten und Raritäten – und das bei lediglich sieben Rennen!

Doppelsieger

Der erste Doppelsieger war – schon die erste Kuriosität – gar nicht vor Ort. Besitzer Tony Böker konnte nach den ersten beiden Rennen dem Vernehmen nach an der Poolbar im türkischen Side auf den Doppelschlag einen oder auch zwei ausgeben. Für ihn gewann zunächst Michael Schmid mit Local Hero eine vorsichtig formuliert recht harmlose Prüfung der Anfängerklasse. Anschließend zertrümmerte El Raul für lohnende 33:10 die Gegnerschaft im Trabreiten bei seinem ersten Hamburger Sieg, der zugleich der erste unter dem Sattel war, wobei er sich im Sommer deutlich genug angekündigt hatte. Mit dem teils doppelten Bandvorteil war der perfekt im Rennen stehende Diamond Way-Sohn mit Linda Matzky an Bord Start-Ziel nicht anzutasten, da er überdies feine 1:15,8 auf die Piste brachte.

Zum zweiten Doppelsieger avancierte Kornelius Kluth. Auch seinen dritten Sieg erzielte Margaux in der Hand von Kluth. Nachdem Mephisto PS den führenden Amici P „totgedrückt“ hatte, musste Kluth mit dem nachsetzenden Margaux nur noch die „Opfer des Gemetzels“ einsammeln.

Lasbek-Double in der Schlussprüfung: Marimba (Kornelius Kluth - links) und Misty Morning (Christian Lindhardt) kommen im toten Rennen ins Ziel - Foto: © by Uwe Stelling

Wesentlich kurioser kam der zweite Sieg von Kluth zustande. In der Abschlussprüfung gab es die perfekte Stalltaktik, denn gegen einen sich wehrenden Chaplin übernahmen nach gekonnten Positionswechseln Misty Morning und Marimba das Zepter. Mit Erreichen der Zielgeraden aber wurden aus den „Freundinnen Feindinnen“, die sich nichts schenkten. Im Ziel trennte die beiden Lasbekerinnen kein Blatt Papier. So kam auch Christian Lindhardt zum Fahrersieg und schaffte das Kunststück, als Trainer gleich zwei Rennen zu gewinnen!

Allerdings ereignete sich an der letzten Ecke eine Szene, die Wasser in den Wein schüttete. Der aufrückende Guzz Boko kam von den Beinen, da Marimba nach außen geschlenkert war. Ob das nun eine Irritierung oder gar eine Störung war, soll hier gar nicht diskutiert werden. Warum die Rennleitung aber es nicht für nötig hielt, sich die Szene noch einmal mit Videobeweis anzuschauen, erschloss sich wirklich nicht.

Kein Treffer

Sieben Jahre musste er alt werden, um den ersten Treffer seiner Karriere zu landen. Doch das wurde dann ein echter Paukenschlag. Eine durch den später wegspringenden Chao Phraya komplett überpacete Partie holte sich der wie stets beherzt agierende Manfred Walter mit Jacuzzy Camaro. Für 533:10 ließ er Jarno Cortina, Summertime Moor und Fire Beuckenswijk keine Chance. Das wiederum führte zu dem möglicherweise absolut einzigartigen Resultat, dass weder Zweier-, noch Dreier- oder gar Viererwette getroffen wurden. Auch der V5-Wette versetzte Jacuzzy Camaro den Todesstoß.

Totobeben durch Jacuzzy Camaro: Als 533:10-Außenseiter steuert Manfred Walter den Jademan-Sohn zum ersten Lebenserfolg - Foto: © by Uwe Stelling

Saisonrekord

Michael Larsen war für den erkrankten Michael Nimczyk eingesprungen und gab mit Montecore Mo eine eindrucksvolle Bewerbung für einen Start am Grand Prix-Wochenende ab. Der auf Zielhöhe nach vorn gegangene Wallach ließ es weiter kesseln und keinen Gegner mehr in seine Nähe kommen. In Saisonrekordzeit von 1:11,9 deklassierte Montecore Mo die Konkurrenten im Großen Preis der Papier Union.

Eine dankbare Fahrt war einmal mehr Mister Big Yankee im Amateurfahren. Diesmal durfte Yanick Mollema zum Elfmeter antreten und verwandelte mühelos. Start-Ziel gelang Mollema junior der erste Sieg in Hamburg.