Vorschau - Ostermontag, 17. April 2017

30.000 Euro und viele Sieganwärter im Schwarzer Steward-Rennen

Zu Ostern erwacht Traberdeutschland traditionell aus dem Winterschlaf, auch wenn es den bei einer zwölf Monate dauernden Saison eigentlich gar nicht geben kann. Und dennoch: Sechs Veranstaltungen gibt es zwischen Karfreitag und Ostermontag, in allen Regionen mindestens eine.

Nicht nur diese Ballung ist ungewöhnlich, auch der gehobene Sport und die damit verbundenen Verdienstmöglichkeiten sind es. In Hamburg-Bahrenfeld ist es das traditionelle Schwarzer Steward-Rennen als Mittel- und Höhepunkt eines zwölf Rennen umfassenden Programms, das die Fans am Ostermontag ab 13.30 Uhr auf die Bahn oder an die Monitore locken sollte. Nicht weniger als 30.000 Euro sind in drei Vorläufen und dem großen Finale zu verdienen, wenn an den legendären Hamburger Wallach aus dem Quartier von Hans Lehmkuhl erinnert wird, deutscher Rekord für die noch junge Saison. Die alle bewegende Frage: Gibt es wieder einen Sieger, der das Schwarzer Steward-Rennen als Sprungbrett für eine große Karriere nutzen wird, so wie es z.B. bei Banks 2013 (ganz sicher) oder im Vorjahr Lighten up Today (mit großer Wahrscheinlichkeit) der Fall war?

Litana wird im zweiten Vorlauf des Schwarzer Steward-Rennens von Thomas Panschow gesteuert - Foto mit Christian Lindhardt / © by Uwe Stelling

Übermacht der Vierjährigen

Drei mit je 5.000 Euro dotierte Vorläufe stehen an, bevor das Final-Feld gebildet wird. 27 der 29 Kandidaten sind vierjährig, nur im zweiten Vorlauf suchen zwei Fünfjährige die Auseinandersetzung. Mutmaßlich ohne Erfolg, denn dafür müssten Ivy Corner (Michael Nimczyk) und Fabulous Well (Jaap van Rijn) Siegertypen wie Mister Big Yankee (Heinz Wewering) oder die in Vertretung für den in Urlaub weilenden Christian Lindhardt von Thomas Panschow bzw. Birger Jörgensen gesteuerten Lasbeker Stuten Litana und Lambalamba hinter sich lassen.

Die in Hamburg noch ungeschlagene Yen geht wieder mit Goldhelm Michael Nimczyk ins Rennen - Foto: © by Uwe StellingDer erste Vorlauf musste wegen des Andrangs sogar geteilt werden, so dass sich dort nicht die ersten fünf, sondern nur die jeweils ersten drei Pferde für das Finale qualifizieren. Zunächst gibt es drei Favoriten, die für die übrigen Kandidaten des 3. Rennens eine Nummer zu groß sein könnten: Michael Nimczyk setzt auf die enorm laufstarke und in Bahrenfeld zweimal imponierend siegreiche Yen, Thorsten Tietz auf den in Hamburger Besitz stehenden und stetig verbesserten Muscle Design und Rudolf Haller auf Odessas Boy. Der hat zwar in diesem Jahr noch nicht gewonnen, aber die zweiten Plätze zu einem Crack wie Azimut können „gefühlt“ allemal als Siege durchgehen, und der seltene Hamburger Gast Haller geht bekanntlich nur dann auf Reisen, wenn er sich etwas ausrechnet.

Was kann Goldy Stardust?

Die zweite Abteilung ist mit der Viererwette und einer Garantieauszahlung von 4.000 Euro gekoppelt und bringt das Comeback von Goldy Stardust, die in der Hand von Michael Nimczyk bei vier Auftritten ungeschlagen ist, aber den Nachteil der zweiten Startreihe sowie des Jahresdebüts hat. Um nicht über die Gewinnsummengrenze dieses Vorlaufs zu geraten, hat man sich mit Probeläufen begnügen müssen, dabei u.a. in Wolvega eine 14er-Zeit hingelegt. Dennoch: Was man bislang von Goldy Stardust gesehen hat, lehrt auch in diesem Jahr schon siegreiche Konkurrenten wie Limbo (Birger Jörgensen), So Keck (Michael Schmid), Ultras As (Rob de Vlieger) oder Super Queen C (Hansjörg Gröber) das Fürchten.

Limbo und Birger Jörgensen - Foto: © by Uwe Stelling

V5 mit 5.000 Euro Garantie

Kaum stehen die Finalteilnehmer fest, beginnt im 5. Rennen die V5-Wette. 5.000 Euro Garantieauszahlung versüßen die Teilnahme und geben Wettern, die gerne ein paar Striche mehr auf ihrem Schein machen, die Gewissheit, dass sich das mit dem einen oder anderen Außenseiter richtig lohnen kann. Schon zum Auftakt bieten sich mit Jonalu (Heinz Wewering), Amundsen Mo (Michael Nimczyk), Little Danny (Michael Larsen), Favourite Wish (Jaap van Rijn) und dem durch die zweite Startreihe benachteiligten Soccer (Victor Gentz) fünf ernsthafte Sieganwärter an. Wirklich leicht sind auch die weiteren V5-Rennen nicht, und wer mag – selbst als Hamburger Lokalpatriot – schon ausgerechnet zum Abschluss eine Bank riskieren, die dann möglicherweise alle Träume platzen ließe? Ein Kandidat für so ein gewagtes Unterfangen wäre Mac Smily (Birger Jörgensen), zumal es nach zwei weniger glücklichen Auftritten in Gelsenkirchen und Jägersro einige Wetter gibt, die gegen eine Refinanzierung ihrer Investitionen in die Lasbeker Derbyhoffnung nichts einzuwenden hätten.