More Diamonds funkelt beim Frömming-Memorial - Montag offizielle Neueröffnung
Beste Bedingungen am ersten Tag des Ostermeetings
Jesse ter Borgh riss jubelnd die Peitsche bei der Zieldurchfahrt hoch. Nach einem packenden Duell die Endgerade herunter gewann der 23-Jährige mit More Diamonds das Finale zum „Johannes-Frömming-Memorial“, dem ersten Höhepunkt beim Hamburger Ostermeeting. Anlässlich der Neueröffnung ließen sich Fahrer und Pferde wirklich nicht lumpen und lieferten Karfreitag Trabrennsport vom feinsten.
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Nach einem packenden Duell gegen Wanda W entschied More Diamonds mit Jesse ter Borgh das Finale im Johannes-Frömming-Memorial für sich
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Im Finale gab es eine Neuauflage des schon im Vorlauf packend verlaufenen Zweikampfs zwischen More Diamonds und Wanda W, und erneut hatte die Diamond Way-Tochter am Ende die Nase vorn. In 1:15,0 über 2220 Meter gewann More Diamonds und machte ihren Fahrer zum glücklichsten Menschen in Bahrenfeld: „Das ist der größte Sieg meiner Laufbahn.“ Ob denn gefeiert werde, wollte der gewohnt souverän moderierende Dirk Ptaschinski beim Siegerinterview wissen, doch ter Borgh wiegelte ab: „Ich muss noch nach Hause, aber die Feier wird nachgeholt.“
Nachdem es am Donnerstagabend noch in Strömen gegossen hatte, herrschte Karfreitag Kaiserwetter. Beste äußere Bedingungen zur Neueröffnung der Bahrenfelder Rennbahn, die sich nun auch im Eingangsbereich und in der Tribüne in neuem Glanz präsentierte. Bei strahlendem Sonnenschein genossen die zahlreich erschienenen Besucher den gebotenen Sport an den rails, so dass sich jeder Siegfahrer auf freundlichen Applaus einstellen konnte.
Die 1. Vorentscheidung zum „Johannes-Frömming-Memorial“ gewann eine „Blondine“, denn Fuchsstute Whippet Boshoeve kontrollierte vorn alles mit Roland Hülskath, profitierte aber auch von Fehlern der Hauptkonkurrentinnen. Norddeutsche Farben glänzten in der 2. Abteilung des 1. Vorlaufes danach, Jörg Schefe steuerte Cilantro zum 5. Sieg in Folge, musste zwar kämpfen gegen Jambalaya Diamant, bekam so aber als Finalstarterin im 1. Band einen Schub Vorschusslorbeeren.
Die 1. Abteilung des 2. Vorlaufes gewann dann ein scheinbar schon geschlagenes Pferd, denn More Diamonds war bereits überlaufen, kam aber zurück, was Siegfahrer Jesse ter Borgh im winner-circle zu der Aussage veranlasste: „Das hat sie wunderschön gemacht, ich hatte die Peitsche schon geschultert, war mit Platz zwei zufrieden, aber sie wollte unbedingt gewinnen.“ Und zwar gegen Wanda W, die ebenfalls das Finalticket löste.
Problemlos gestaltete sich dann der Sieg in der anderen Abteilung für die Saisonrekordlerin Riwa, Heinz Wewering kontrollierte nach bald übernommener Führung alles und konstatierte nüchtern: „Es lief alles optimal.“ Das tat es dann auch im 3. Vorlauf für die Hamburger Stute Love Times, die sich das Kommando sicherte und mit Thomas Panschow niemals in Gefahr kam. Für das Finale musste eine andere Taktik gewählt werden:
„In Front fahren geht natürlich nicht. Es ist auch recht schwer, 40 Meter aufzuholen, aber wenn der Verlauf passt….“ Nun, das tat er nicht, denn Love Times drang vom Ende nicht durch, dafür waren die innen geschonten Wanda W und More Diamonds rechtzeitig an die Sonne gelangt und machten das Ende unter sich aus, während sich die scheinbar souverän führende Cilantro im letzten Bogen plötzlich aus der Partie sprang. Die nach den Vorläufen berechtigten Hamburger Hoffnungen zerplatzten wie Seifenblasen – die Niederlande feierten stattdessen.
Bei seinem zweiten Sieg sorgte Silberhelm Roland Hülskath im Rahmen für lukrative Quoten. Molino As gewann gegen European Winner und Seven Point, was in der Dreierwette 29.859:10 erbrachte. Favoritin Mary Poppins kam als Vierte einfach zu spät auf Touren. Das Viererwettrennen gewann Jan van Dooyeweerd mit der Favoritin Zaida River, doch mit Clive Bo, Lindys WB und Schneekönig dahinter gab es stattliche 25.858:10, da der kurz vor dem Ziel anspringende Co-Favorit Madoxx eliminiert wurde.
Für den niederländischen Gast eine kleine Entschädigung, denn im 1. Vorlauf scheiterte er gestört mit Vien H und musste seine Hoffnungen auf den Finaleinzug im letzten Bogen begraben: „Eine Katastrophe“, analysierte van Dooyeweerd nachträglich die Situation. So ist Rennsport zuweilen, auch Thomas Kornau hatte mit Vital Lad nicht unbedingt mit einem Volltreffer gerechnet: „Dritter oder Vierter ja, aber so ein unverhoffter Sieg ist besonders schön, denn eigentlich hatte ich mir mit Urso Negro mehr ausgerechnet“, gab Kornau nach dem Sieg über die open stretch gegen Chakko preis.
Den Schlusspunkt setzte dann Roland Hülskath mit seinem dritten Sieg. Im Finale B ritt er eine überfallartige Attacke mit Jacky Brown auf der letzten Überseite und lebte von dem heraus gefahrenen Vorsprung bequem. Die Meisterfahrt wollte der Europameister nicht als solche gelten lassen: „Das Pferd ist gut, hatte insofern nicht viel mit einer Meisterfahrt zu tun.“ Das Fazit von Hülskath fiel positiv aus: „Wetter gut, Bahn gut, drei Rennen gewonnen – was will ich mehr?“
Mehr Wettumsatz als diesmal hatte es natürlich nicht nur an keinem Renntag des Jahres bislang in Hamburg gegeben, sondern lange nicht. 154.490,- EUR flossen durch die Wettkassen, weshalb auch dieser positive Trend am Toto allerbest zu den von Roland Hülskath angesprochenen guten Dingen zählte.
Carsten Borck