NEWS von Dienstag, 09.03.2010

Vorschau Donnerstag, 11. März
Vorbereitung auf das Ostermeeting

HTZ beendet wettkampffreie Zeit mit neun Rennen

Endlich: Nach sieben Wochen der Enthaltsamkeit wird der Rennbetrieb auf der Trabrennbahn Hamburg Bahrenfeld am Donnerstag (Erstes Rennen: 18.40 Uhr) wieder aufgenommen. Während sich die christliche Fastenzeit noch bis zum Ostersonntag (4. April) erstreckt, beenden die Traber am Volkspark ihre unfreiwillige Winterpause mit neun Prüfungen, für die erfreulicherweise 90 Pferde genannt wurden.

Nahziel der Aktiven und der Funktionäre ist das Hamburger Ostermeeting mit den Renntagen am 2. April (Karfreitag) und 5. April. Dann soll die Anlage in Bahrenfeld  in neuem Glanz erstrahlen: mit einem neu gestaltenen Publikumsbereich, einem general überholten Außenbereich und angemessenen Zuschauerservice.

Damit das sportliche Topangebot zu den Festtagen diesen neuen Rahmen erhalten kann, sind Einschränkungen für die Besucher in den nächsten Wochen naturgemäß nicht zu vermeiden. „Wir bitten um Verständnis, dass die Tribüne wegen der Baumaßnahmen nur in Teilen zu nutzen ist und die Gastronomie nur ein kleines Angebot bereit hält“, sagte Win Race-Manager Arne Müller.

Wenngleich sich das Geläuf der Arena am Donnerstag in bestem Zustand präsentieren wird, sollten Überraschungen programmiert sein. Durch die teilweise extremen Witterungsbedingungen konnte vielerorts nicht optimal trainiert werden, so dass die Form vieler Pferde von den Wettern nur schwer einzuschätzen sein wird. Das bedeutet andererseits auch, dass hohe Quoten zu erwarten sind und Experten ihre Schlüsse vor allem aus vorbereitenden Heats ziehen müssen.

Michael Nimczyk (links) und Roland Hülskath nehmen am Donnerstag sieben bzw. sechs Fahrten wahr

Möglicherweise im Vorteil gegenüber ihren norddeutschen Kollegen sind die beiden deutschen Topfahrer Michael Nimczyk und Roland Hülskath, da Schnee und Eis deren Wirkungsstätten in Nordrhein-Westfalen weniger belasteten.

Wie dem auch sei, stellt sich Altmeister Heinz Wewering den Youngstern in allen sieben Profirennen in den Weg, wobei er bei den zwei aussichtsreichen Starts nur als Catchdriver in den Sulky steigt. Seriensiegerin Queens sollte nach dem guten Probelauf von Gelsenkirchen (1:16,9) vor einem weiteren Treffer stehen, auch wenn Kokalmatadorin Birgit Riese ankündigte, der Stute mit ihrem Horst Rüdiger auf den Zahn fühlen zu wollen.


Gute Aussichten macht Wewering auch mit dem viermaligen Vorjahressieger U.S. Lane geltend. Wenn der Hengst wie zu erwarten seine Leistung vom Saisondebut noch steigern kann, sollte ein Sieg im Traloppo-Rennen (5.) trotz des ungünstigen Startplatzes in der zweiten Reihe möglich sein.

Für Profi-Champion Nimczyk sollte sich gleich zu Beginn des Abends mit Lincolns Sara die beste Chance ergeben, wenngleich Louisiana, die von Christian Heitmann aufgeboten wird, jüngst in Berlin gut gefiel und auch von einem Lilliano (Wewering) in Bestform Gefahr ausgeht.

Hülskath setzt auf den schon auf Zuchtrennebene erprobten Zatopek Boshoeve. Ob der Hengst schon über die Klasse seines Namensgebers, dem Langstrecken-Olympiasieger Emil Zatopek, verfügt, wird vor allem Ohlala Lavec testen, mit dem Benny Christensen nach zwei zweiten Plätzen in Hamburg und nachfolgend zwei starken Vorstellungen in Schweden nun endlich einen vollen Erfolg feiern will.

Zu einem interessanten Duell kommt es zum Ausklang des Abends. Im 4. Lauf des Winterchampionats für Profis trifft die Breeders Crown-Teilnehmerin Jasmina auf das Hamburger Pferd des Jahres Baltica de Bellouet. Die sonst von Michael Schmidt pilotierte Vierjährige ist Christian Heitmann anvertraut, das achtjährige Juwel von Besitzer Kurt Hörmann wird von der talentierten Nachwuchsfahrerin Luisa Ehrig gefahren, die sich beim Besuch des Prix d'Ameriquei einiges für ihre Karriere abgeschaut haben sollte.

Dieser attraktive Zweikampf wird sogar noch bereichert durch den starken Volann Rich (Hülskath), dessen derzeitiges Laufvermögen nach dreimonatiger Pause aber ebenso schwierig zu beurteilen ist wie die Form von Tassel Toronto (Wewering), dem vor zwei Jahren in Schweden noch große Hoffnungen galten.

Eine außergewöhnlich starke Besetzung haben die beiden Läufe zur Winter-Meisterschaft der Amateure gefunden., wobei die Favoriten aus dem Westen kommen. Im 6. Lauf steht wohl Franz Kleins V Power bei entsprechender Kondition zum Sieg, muss sich aber vor der schon am Volkspark erfolgreichen Charme Francaise (Frank Eickmann) und Quint Hawai (Katie Beer) hüten.

An achter Stelle hat wohl Butch Cassidy mit Besitzer Michael Gutsche nach jüngsten Eindrücken aus Gelsenkirchen beste Chancen. Eine glatt gehende Emilie W (Afsoon Amirfallah) muss er aber ebenso ernst nehmen wie Gemani (Sönke Gedaschko) und Cash Account (Hans-Jürgen von Holdt),  die beide von ihren Trainern Manfred Walter und Peter Heitmann trotz Schnee und Eis gut in Schwung gehalten werden konnten.

Manfred Bode